Samstag, 15. September 2018

Verkehrt herum - Improvisation ist alles

Beim Verlassen von Tiflis am Anfang der Reise, wies uns unsere Reiseleiterin auf den Baumarkt vor Stadt hin. Er sah tatsächlich mehr nach "Markt" als nach Kaufhaus aus. Entlang der Straße stehen dann viele Männer, denn hat man das nötige Material für den Bau besorgt benötigt man ja noch "Handwerker". 
Dies ist dann wohl in etwa so wie Lotto spielen, denn als Tagelöhner bieten sich nicht nur handwerklich Begabte an. 
Eine echte Ausbildung zum Handwerk scheint es nicht zu geben und so treffen wir auf der Reise keinen Sanitärraum an, bei dem alles dicht ist. Findet sich das heiße Wasser nicht ganz links, probiert man es dann halt mit rechts... Moment mal - das könnte Besuchern meiner Küche bekannt vorkommen.
Vor vielen Jahren hatte ich beschlossen eine neue Armatur einzubauen. Der Fachhändler, versicherte mir einen kinderleichten Einbau. Kinderleicht hatten wir uns anders vorgestellt: Während wir versuchten das Teil richtig anzuschließen und um den vorhandenen Boiler einzubauen, schrie Katharina voller Kraft im Maxi Cosi. Die handwerklichen Bemühungen ihres Vaters konnte sie wohl nicht richtig würdigen. Mürbe vom Geschrei, beschlossen wir uns mit "Heiß kommt jetzt halt rechts" zufrieden zu geben. Die Markierung lässt sich da schnell umstellen. So war es in Georgien fast wie zu Hause und bei vielen Wasserhähnen muss es wohl Störungen beim Einbau gegeben haben. 

Meisterhandwerk findet sich hier nur als veraltetet Aufschrift 

Lustig ist auch die Bewässerung in einem Hinterhof des Hotels in Batumi. Bei uns verschwinden Wasserrohre entweder im Boden, oder in einer Wassertonne. Hier dienen sie zur Bewässerung der "Wasser"-Pflanze. 

Jetzt wird es Zeit für ein Resümee. Georgien hat sich als tolles Urlaubsland entpuppt. Ich habe mich sicher und wohl gefühlt. Die Georgier sind sehr gastfreundlich und entspannt. Ich habe mich als Tourist willkommen und nie gemolken gefühlt. Im Gegenteil, bei der ein oder anderen Sehenswürdigkeit wäre es vollkommen o.k. von den Besuchern Eintritt zu verlangen, um den Erhalt zu sichern. Das ein oder andere Mal, gab es vielleicht bei Kleineinkäufen den Touristenpreis, aber bei den ortsüblichen Preisen (Eis für 30 Cent) und in Anbetracht der Löhne, die es für die Einheimischen gibt, ist das für mich auch in Ordnung. Selbst in Batumi, dem Touri-Ort schlechthin, war ein leckeres Abendessen für 8€ zu bekommen. 
Unsere Quartiere waren überraschend "luxuriös". Wir hatten immer ein eigenes Badezimmer und bis auf Ushguli (dort ist regelmäßiger Stromausfall) auch immer eine heiße Dusche. 
Was die schöne Landschaft angeht, spare ich lieber an Text und lass im nächsten Beitrag noch ein paar Bilder sprechen. 

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